Tonnio ist ein KI-Assistent für die Handykamera: Gegenstand zeigen, richtige Tonne sehen und hören – farbcodiert, vorgelesen, in über 20 Sprachen. Damit richtige Mülltrennung nicht mehr an Sprache oder Lesekenntnissen scheitert.
Ein funktionierender Prototyp existiert und kann live gezeigt werden – auf jedem Smartphone.
Dieser Vorschlag stützt sich ausschließlich auf belegbare Rahmenbedingungen – nicht auf erfundene Einsparversprechen.
Seit 2026 rechnet die Stadt Heilbronn den Restmüll pro Leerung ab: Zwölf Leerungen sind im Regeltarif enthalten, jede weitere kostet 3,50 €. Wer Verpackungen, Papier und Bioabfall korrekt trennt, braucht weniger Leerungen – der Anreiz ist da, die Alltagshilfe fehlt.
Quelle: Stadt Heilbronn, „Ab 2026 neue Regeln beim Abfall"Die EU-Jury vergab den Titel European Green Capital 2027 unter anderem für Bestnoten in der Kreislaufwirtschaft – und hob die Bürgerbeteiligung als zentrales Merkmal hervor. Das Programmjahr „heilbronn.now" sieht Reallabore und Bürgerprojekte ausdrücklich vor.
Quelle: Europäische Kommission, Oktober 2025Heilbronn ist eine internationale Stadt. Sortierhilfen existieren – aber als deutschsprachige Texte und PDFs. Wer wenig Deutsch liest oder generell nicht gut liest, bleibt außen vor. Die Stadt arbeitet bereits mit Interkulturellen Umweltmentoren; Tonnio wäre deren digitales Werkzeug.
Anknüpfung: Beteiligungsportal wirsind.heilbronn.deKamera auf den Abfall richten – Pizzakarton, Joghurtbecher, Batterie. Kein Tippen, kein Suchen, kein Barcode nötig.
Die Bild-KI erkennt Material und Zustand (sauber oder verschmutzt, Verpackung oder Produkt) und gleicht das Ergebnis mit den hinterlegten Regeln der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn ab.
Der Bildschirm leuchtet in der Tonnenfarbe, eine kurze Anweisung in einfacher Sprache wird angezeigt und auf Wunsch laut vorgelesen – in der Sprache der Nutzerin.
Umweltinformation ist Teilhabe. Tonnio ist konsequent für Menschen entworfen, die wenig oder kein Deutsch lesen – und funktioniert deshalb für alle besser.
Die Tonnenfarbe ist die Antwort. Großes Symbol, voller Farbbildschirm – verständlich ganz ohne Lesen.
Jede Antwort kann laut vorgelesen werden – für Menschen mit Leseschwäche oder Sehbehinderung.
Kurze Sätze auf A1/A2-Niveau. „Braune Tonne. Essensreste." statt Behördendeutsch.
Die Regeln bleiben deutsch und offiziell – die Antwort kommt in der Sprache der Nutzerin. Ohne Übersetzungskosten für die Stadt.
DeutschEnglishTürkçePolskiУкраїнськаРусскийالعربيةRomânăItalianoΕλληνικάHrvatski…
Kein Software-Großeinkauf, sondern ein begrenztes, begleitetes Pilotprojekt: ein Quartier, ein definierter Zeitraum, klare Messfragen.
Keine Nutzerkonten, keine Standortverfolgung; Fotos werden analysiert, nicht gespeichert. Der KI-Einsatz wird transparent gekennzeichnet – als Anwendung mit begrenztem Risiko im Sinne der EU-KI-Verordnung. Konzeption durch eine zertifizierungserfahrene EU-AI-Act-Beraterin aus Heilbronn.
Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn (Regelwerk & Abfallberatung), Nachhaltigkeitsbüro / heilbronn.now (Programm), Interkulturelle Umweltmentoren (Verbreitung in den Communities), lokale Sponsoren für die Finanzierung des Pilotbetriebs.
Sie werden hier keine Behauptung finden wie „senkt Ihre Sortierkosten um 20 %". Ob und wie stark eine visuelle Trennhilfe Fehlwürfe reduziert, ist genau die Frage, die das Reallabor beantworten soll – mit Zahlen, die dann Ihnen gehören.
Ehrlich ist auch: Es gibt Abfall-Apps mit Terminkalendern und Textsuche, und erste KI-Ansätze am Markt. Was es nicht gibt, ist eine Lösung, die Kamera-KI, die hyperlokalen Heilbronner Regeln und radikale Barrierefreiheit verbindet – gebaut in Heilbronn, für Heilbronn, im Jahr, in dem Europa auf diese Stadt schaut.
Mülltrennung bewegt Deutschland verlässlich – und „KI in der Abfallwirtschaft" hat es 2025/26 bereits in überregionale Schlagzeilen geschafft. Bisher allerdings mit einem Tenor, der Heilbronn eine seltene Chance eröffnet.
„Gechipte Biotonnen, KI-Scanner am Müllfahrzeug, Bußgelder bis 2.500 €."
Über die KI-Kontrollen in Ulm, München und Reutlingen berichteten Medien weit über die Region hinaus – als Überwachungsgeschichte. Diese Erzählung prägt derzeit das öffentliche Bild von KI in der Abfallwirtschaft: Die Technik kontrolliert den Bürger.
„Die KI, die hilft statt kontrolliert: In Heilbronn erklärt ein Waschbär die Biotonne – auf Polnisch, Türkisch und Ukrainisch."
Green Capital trifft KI-Stadt trifft Teilhabe: ein Konflikt (Hilfe statt Kontrolle), ein Gesicht (Tonnio) und echte Menschen, denen die Technik dient. Genau die Sorte Geschichte, die Redaktionen für das Titeljahr suchen.
Die App ist Etappe eins einer größeren Idee: Entsorgung verständlich machen – für jedes Alter, jede Sprache, jedes Vorwissen. Was davon wann kommt, entscheiden die Ergebnisse des Reallabors, nicht unsere Wünsche.
Die Tonnio-App in einem Heilbronner Quartier – nutzen, messen, lernen. Klein genug, um schnell zu starten; ehrlich genug, um echte Zahlen zu liefern.
Zum Green-Capital-Jahr wird Tonnio Umweltbildung zum Anfassen: Mitmach-Kiste für Kindergärten, Unterrichtsmaterial für die Grundschule, Projektaufgaben und ein Schulwettbewerb für weiterführende Klassen – konzipiert von einer erfahrenen Trainerin und Katechetin, andockbar an bestehende Programme wie die Interkulturellen Umweltmentoren.
Die Website wächst zur verständlichsten Anlaufstelle rund um Entsorgung in Heilbronn – Schritt-für-Schritt-Hilfen, Aktionen, Antworten auf die häufigsten Fragen. Perspektivisch auch Angebote für Gewerbekunden.
Kein Foliensatz nötig – Sie halten die Kamera auf einen Pizzakarton und sehen selbst, was Tonnio kann.
Magdalena Fritz · KI-Trainerin & EU-AI-Act-Beraterin, ROXNOVA · Heilbronn
Ein Projektvorschlag aus Heilbronn für das European-Green-Capital-Jahr 2027.